NACHTRÄGLICHER BALKONANBAU

Frankfurter Rundschau 10.03.01

"Für das Sonnenbad daheim" - Nachträglicher Balkonanbau ist gar nicht so kompliziert.
Die Freiluftsaison naht! Schon schieben sich die wärmenden Sonnenstrahlen durch die graue Himmelsdecke. Glücklich wer einen Balkon oder eine Terrasse sein Eigen nennen kann.

In einer dicht besiedelten und versiegelten Großstadt wie Frankfurt ist es schon ein dicker Bonus, wenn die Wohnung mit einem Freisitz aufwarten kann. Grünflächen in der direkten Umgebung sind meist rar.

Umso verlockender jetzt die Mininarzissen im Terracotta-Kübel vom Sofa aus sich gen Sonne recken zu sehen. Neidvoll ist da so mancher Blick eines Altbaubewohners zum Beispiel aus dem Nordend, wenn er die hervorquellenden Balkone der weißblendenden Neubauten blinzelnd gegen die Sonne betrachtet.
Dabei ist es meist gar nicht kompliziert nachträglich Balkone vorzusehen: Eine leichte, filigrane Balkonkonstruktion aus verzinktem Stahl vor die Fassade gestellt lohnt sich. Gerade wenn mehrere Balkone übereinander geplant sind halten sich die Kosten im Rahmen.

Wegen dichter Bebauung ist oft die Zustimmung der Nachbarschaft erforderlich, aber vielleicht ist man im Gegenzug ebenfalls an einer Genehmigung interessiert.

Die fachliche Beratung durch eine Architektin oder Architekten ist unabdingbar. Das Architekturbüro fertigt auch die nötigen Pläne an und reicht den Bauantrag bei der Bauaufsicht ein. Eine statische Berechnung ist ebenfalls erforderlich. In Frankfurt kann man zurzeit schon nach ca. sechs Wochen mit einer Genehmigung rechnen!

Bei der Bemessung der Balkongröße ist auf eine ausreichende Tiefe (mindestens zwei Meter) zu achten. So finden neben Pflanzkübeln auch Tisch und Stühle ihren Platz.

Die lauen Sommerabende sind gebongt und dem sonntäglichen Frühstück steht nichts mehr im Wege.

Hausbesitzer aufgepasst! Ein Balkon erhöht den Wohnwert und kann bis zur Hälfte auf die Wohnfläche angerechnet werden.

Monika Diefenbach